Schule und Werkhof Roggwil im Grosseinsatz
Im vergangenen Mai führten die Klassen der Oberstufe Roggwil gemeinsam mit dem Werkhof ein ehrgeiziges Projekt durch.
Ihr Ziel: Den invasiven Pflanzenarten (Neophyten) auf dem Gemeindegebiet von Roggwil wirksam entgegenzutreten.
In mehreren Gruppen aufgeteilt, entfernten die Jugendlichen an verschiedenen Standorten unterschiedliche Pflanzen. Während im Dorfkern das Einjährige Berufkraut im Fokus stand, konzentrierte sich die Arbeit entlang der Gewässer auf die Bekämpfung des Japan-Knöterichs. Letzterer stellt für den Werkhof, der für den Unterhalt der Gewässer zuständig ist, eine besondere Herausforderung dar, da seine aggressiven Wurzeln die Uferböschungen der Fliessgewässer destabilisieren.
Handarbeit und logistische Koordination
Die Bekämpfung erforderte vollen Körpereinsatz: Die Schülerinnen und Schüler mussten die Pflanzen inklusive der Wurzeln ausreissen oder fachgerecht ausstechen. Die Ausbeute wurde direkt vor Ort in Abfallsäcken gesammelt, die der Werkhof anschliessend zur Entsorgungsstelle transportierte. Dabei kamen beachtliche Mengen zusammen.
Mit dem einmaligen Einsatz ist es jedoch nicht getan. Die Jugendlichen lernten von den Fachleuten des Werkhofs, dass die Rhizome des Japan-Knöterichs eine horizontale Ausdehnung von bis zu zehn Metern erreichen kann und die Wurzeln mehrere Meter tief. Dies macht regelmässige Nachkontrollen in den kommenden Jahren unerlässlich. Zudem konnte in dieser ersten Phase erst ein Teil der betroffenen Standorte bearbeitet werden.
Aufruf an die Bevölkerung: Augen auf im Privatgarten
Viele dieser invasiven Pflanzenarten gedeihen auch in privaten Gärten. Um die Ausbreitung nachhaltig zu stoppen, ist die Mithilfe der gesamten Bevölkerung gefragt.
Wichtiger Entsorgungshinweis: Neophyten dürfen in Roggwil unter keinen Umständen im Kompost oder über die Grünabfuhr entsorgt werden, da sie sich sonst weiterverbreiten. Sie gehören zwingend in den Kehricht. Einwohnerinnen und Einwohner können Neophyten zudem direkt und kostenlos beim Werkhof abgeben.
Weitere Informationen bietet der neue Flyer auf der Homepage der Gemeinde sowie das Team des Werkhofs unter der Telefonnummer 062 918 40 35.
Ein Gewinn für die Gemeinschaft und die Natur
Der Werkhof spricht der Schule Roggwil ein grosses Dankeschön für diesen wertvollen, gemeinnützigen Einsatz aus. Massnahmen wie diese sind entscheidend, um die einheimische Biodiversität zu schützen. Durch die tatkräftige Unterstützung wurde der Werkhof entlastet, was auch das Gemeindebudget effektiv schont.
Auch für die Schülerinnen und Schüler war der Tag ein Erfolg: Sie erweiterten ihr Wissen über die lokale Natur und die ökologischen Zusammenhänge direkt vor der Haustür. Als Anerkennung für die geleistete Arbeit spendierte der Werkhof zum Abschluss des Morgens eine Bratwurst mit Brot.
Schule Roggwil & Werkhof Roggwil